Bürgerinitiative
    Naturschutz „Untere Hub“
        Karlsruhe - Durlach

 

   

 

    

 

Lernpark „Untere Hub“

Ökologisches Lehr- und Schulungszentrum
 

Exposé

 

 

Arbeitsgruppe:   Friedrich Benedict / Jürgen Irion / Roland Kullmann / Michael Labinsky

 

c/o        Jürgen Irion, Dipl.Ing (FH)

Schopfheimer Straße 8

76227   Karlsruhe Durlach

e-mail:j.r.irion@t-online.de

Mai 2006      Version02S/2006/web1

 

www.untere-hub.de

 

 

 

Inhaltsverzeichnis Exposé

 

Vorgeschichte

  • Lage mit Kartenausschnitt
  • Klimatische Bedeutung mit Kartenausschnitt
  • Antrag auf Umwandlung in ein Gewerbegebiet
  • Lebensqualität

Alternative für die Zukunft

  • Einleitung
  • Zielsetzung
  • Umsetzung
    1. Ökologisches Lehr- und Schulungszentrum
    1. Flächen und Anlagen
    1. Gestaltungsvarianten
    1. Vereine und Freizeiteinrichtungen
  • Verkehrsanbindung

·         Projektziele

·         Projektnutzen

Betreiber, Berater, Finanzierung

  • Betreiber
  • Berater
  • Finanzierung

 

 

Vorgeschichte

 

Lage

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das zu schützende Landschaftsgebiet „Untere Hub“ liegt am Nordrand von Karlsruhe - Durlach. Es wird im Norden von der Nordtangente (nördliche Umgehungsstraße von Karlsruhe), im Osten von der B 10 (Umgehung Durlach) und im Westen teilweise von der BAB A5 begrenzt. Die restlichen Grenzen stoßen an Vereine, Kleingartenanlagen, an den Fluss Pfinz und an das Landschaftsschutzgebiet „Elfmorgenbruch.“ Das Gesamtgebiet einschließlich der Vereinsanlagen ist rd. 50 ha groß und das letzte Grüngebiet im Norden von Durlach. Es wird von den Bürgern intensiv als Naherholungsgebiet genutzt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die „Untere Hub“ – Frischluftschneise für Winde aus dem Pfinztal

 

 

Klimatische Bedeutung

Im Regionalplan Mittlerer Oberrhein, genehmigt durch das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg am 17.02.2003, sind über 20 ha dieses Gebietes als Grünzäsur und ein weiterer Teil als Landwirtschaftsfläche ausgewiesen. Beide Flächen sind Bestandteil des Regionalen Grünzugs Karlsruhe-Durlach-Grötzingen-Berghausen-Pforzheim.

Dieser Grünzug fungiert in klimatischer Hinsicht als Kaltluft-Entstehungsgebiet und versorgt Durlach und die Oststadt mit dem abendlichen, kühlen „Pfinztäler“ (Wind). Außerdem ist es im Regionalplan als Vorbehaltsgebiet bei Katastrophenhochwasser der Pfinz ausgewiesen.

Durch diese Klassifizierung, die einer weiteren Beeinträchtigung der Wohnqualität in den angrenzenden Stadtteilen vorbeugen soll, ist das Gebiet vor städtebaulichen Eingriffen grundsätzlich geschützt.

 

 

 

 

 

Antrag Gewerbegebiet

Gleichzeitig mit der Genehmigung des gültigen Regionalplans 2003 stellte die Stadtverwaltung Karlsruhe den Antrag zur Umwandlung der Hub in ein Gewerbegebiet. Diesem Antrag stimmten die Mitglieder des RVMO (Regionalverband Mittlerer Oberrhein) im Februar 2004 unter erheblichen Bedenken zu.

Die Stadt Karlsruhe gab parallel dazu mehrere Gutachten, u. a. ein Klimagutachten in Auftrag. Das Ergebnis dieser Gutachten wurde bisher noch nicht veröffentlicht.

Die klimatische Bedeutung der Hub für die angrenzenden Stadtteile wird bereits in einem Gutachten aus dem Jahr 1995 hervorgehoben.

 

Die Stadt Karlsruhe verfügt z. Zt. gemäß Angaben der Wirtschaftsförderung Karlsruhe über 675.000 m² (Stand: 10. Mai 2006) direkt verfügbare Gewerbeflächen. In Zusammenarbeit mit dem Nachbarschaftsverband besteht sogar ein Überangebot an Gewerbeflächen in unserer Region.

 

Lebensqualität

Ein zentrales Thema im Masterplan 2015 der Stadt Karlsruhe ist die Lebensqualität aller Stadtteile. Im Handlungsfeld „Umwelt“ wird festgeschrieben, dass das derzeitige Niveau gehalten und jedem Karlsruher gute und saubere Luft gewährt werden soll.

 

Die Bürgerinitiative „Naturschutz Untere Hub“ engagiert sich für dieses Ziel.

 

Die Stadtverwaltung Karlsruhe verfolgt mit der vorgesehenen Erweiterung zum Gewerbegebiet ökonomische Ziele. Damit einhergehende Nachteile für die Wohnqualität in den angrenzenden Stadtteilen werden dabei nicht ausreichend berücksichtigt.

In einer Unterschriftenaktion hatten deshalb ca. 5.500 betroffene Bürger im Sommer 2004 ein klares Votum für den Erhalt der Hub als Grünzäsur abgegeben.

Das vorliegende Konzept stellt eine umweltbewusste Alternative zum Gewerbegebiet dar.

Diese Alternative ist für die Bürger von gesundheitlichem Nutzen und für das Stadtklima von erheblicher Bedeutung.

Die Erhaltung und Aufwertung des Grünzuges dient auch als Ausgleichsmaßnahme für die Emissionen der Nordtangente im Bereich Durlach und dem damit verbundenen Umbau der B10 .

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Autobahnausfahrt Karlsruhe-Nord,

Nordtangente und Umbau der Umgehungsstraße Durlach (B10)

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

Alternative für die Zukunft

 

Lernpark „Untere Hub“

Ökologisches Lehr- und Schulungszentrum

 

 

Einleitung

 

Die in den Medien publizierten Ideen zur Nutzung der „Unteren Hub“ unterstreichen die Begehrlichkeiten unterschiedlicher Interessengruppen. Sie verkennen jedoch, dass es für eine gewerbliche Nutzung derzeit keinerlei planungsrechtliche Grundlagen gibt.

Die BI „Untere Hub“ stellt diesen Spekulationen ein umweltbewusstes Konzept entgegen, das der breiten Bevölkerung nachhaltigen Nutzen bringen kann. Es erfüllt dabei alle Funktionen der im Regionalplan 2003 festgeschriebenen Schutzflächen (Grünzäsur und Regionaler Grünzug). Es ist zu erwarten, dass dadurch wünschenswerte Verbesserungen im Stadtklima erreicht werden.

Karlsruhe würde mit dem Lernpark „Untere Hub“ - am Fuße des Turmbergs - ein Pendant zum Rheinauenpark erhalten, das dem Gedanken der Grünverbindung „Von Durlach bis zum Rhein“ Rechnung trägt.

 

 

Zielsetzung

 

Durch den Lernpark wird es möglich, „auf eigene Faust" oder unter „fachlicher Anleitung“ mehr über Ursachen und Wirkungen des Strukturwandels zu erfahren und Einblicke in eine zeitgemäße Landwirtschaft zu erhalten.

Ein entsprechender Lehrpfad, angefangen von den beiden Wasserlehrpfaden über die Aktionsflächen bis zum Heilpflanzengarten, ist ein zentraler Baustein im Konzept des Lernparks „Untere Hub“.

 

 

Umsetzung

 

Der Lernpark „Untere Hub“ besteht aus folgenden Abschnitten:

 

 

1. Ökologisches Lehr- und Schulungszentrum

aufgeteilt in

 

 

 

 

 

2. Flächen und Anlagen

 

Eine Gartenlandschaft, die im Zusammenhang mit dem geplanten Reiterhof Lenzenhub eine Einheit mit den bestehenden Vereinen bildet.

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Gestaltungsvarianten        

       

 

 

 

 

 

 

 

 

         Windkraftanlage / Wasserhebeanlage                          

 

                         

                               Schnecken-Pumpwerk

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                          Streuobst-Allee

 

                                               Feucht-Biotop

 

 

 

An verschiedenen Stationen (Infopunkte) werden jeweils einzelne Teilbereiche der Gesamtpalette anschaulich dargestellt. Auf diese Weise erhalten die Besucher Einblick in Geschichte, Entwicklung und Arbeit der Landwirtschaft und lernen die Zusammenhänge landwirtschaftlicher Produktion und deren Probleme kennen.

 

Für einzelne Aktionsflächen sollen Schulklassen Patenschaften übernehmen und im Rahmen von Projektgruppenarbeit diese Flächen von der Aussaat bis zur Ernte bewirtschaften und betreuen.


 

4. Vereine und Freizeiteinrichtungen

 

Weiterhin müssen Möglichkeiten geschaffen werden, um den bestehenden und seit Jahrzehnten angesiedelten Vereinen genügend Aktionsraum zu erhalten. Aufgrund der zunehmend beliebten Sportarten Reiten, Joggen, Walken und Radfahren sollte diesen aktiven Sportgruppen zusätzlich vorbildliche Wegesysteme angeboten werden. Das neu gestaltete Gelände bietet sich hierzu einzigartig an.

Vorgesehen sind im Einzelnen für:

 

Reitsport:                       Reiter-Rundwegesystem zum Ausreiten

Hundesport:          Hundelaufwiesen und Spazierwege

Angler:                           Angelplätze und Unterstand mit Infotafel

Jogger und Walker:         Laufwege mit Unterständen

Radfahrer:                           Radwegverbindung von der Untermühlsiedlung nach Durlach und Hagsfeld

Familien:                         Spazierwege mit Ruhe- und Treffpunkten, die auch mit dem  Kinderwagen gefahrlos benutzt werden können.

 

 


 

Verkehrsanbindung

Erreichbar mit den Stadtbahnlinien S4 und S5 über die Haltestelle „Hubstraße“.
Zum Bahnhof Durlach sind es 15 Min. zu Fuß.

 

 

 

 

 

 

     S-Bahn Haltestelle  „Untere - Hub“

 

 

 

 

 

 

Lernpark „Untere Hub“

 

 

Projektziele

 

Ausgehend von der bereits früher öffentlich diskutierten Idee eines Schulbauernhofs als Zentrum hat die Bürgerinitiative ein vielseitiges Szenario mit mehreren Hauptzielen entwickelt.

 

Modellhaft sollen

 

·                                                        umweltfreundliche Landschaftskultur

·                                                        ökologischer Landbau

·                                                        artgerechte Tierhaltung und

·                                                        erneuerbare Energien sowie

·                                                        gesunde Ernährung

 

demonstriert und pädagogisch-praktisch vermittelt werden.

 

 

 

Projektnutzen

 

Das Projekt soll in Form, Darstellung und Originalität sowie in seinen Lernzielen hochwertig angesiedelt sein.

 

·                                                        Die gesamte „Untere Hub“ soll nachhaltig von Bebauung freigehalten

     werden.

·                                                        Der Erholungswert soll gesteigert werden.

·                                                        Der Zugang für die Durlacher Bürger soll attraktiver werden, indem

                        das  Pfinzgrün mit der „Grünen Hub“ verbunden wird.

·                                                        Die landwirtschaftliche Nutzung und die Landschaftsgestaltung sollen 

der Anschauung und Vermittlung von Kenntnissen dienen, die im städtischen Umfeld  häufig nicht angeboten werden.

·                                                        Den Karlsruher Schulen und Gymnasien, aber auch den Schulen und 

                       Gymnasien der Nachbargemeinden, soll eine Plattform für

Projektarbeit geboten werden.

·                                                        Das pädagogische Potential soll für alle Bevölkerungsgruppen,

    besonders für Kinder und Jugendliche, eingesetzt werden.

·                                                        Die Vereine sollen in ihrer Existenz und Tätigkeit nicht eingeengt

werden

 

 

Karlsruhe soll sich auch in diesem Bereich

als mustergültig hervortun.

 

 

 

 

        

 

 

 

 

 


 

Betreiber, Berater und Finanzierung

 

Betreiber

 

Der Betreiber kann eine Stiftung oder ein Trägerverein sein. Die Federführung kann bei der Stadt Karlsruhe liegen, die auch im Besitz der meisten Grundstücke ist. Der Betreiber vor Ort sollte ein entsprechend ausgebildeter Landwirt sein, der durch den Betrieb eines Hofladens seine wirtschaftliche Basis verbessern kann.

Diese Funktion kann von dem von der Stadt verkauften Gutshof Lenzenhub, der zum Reiterhof umgebaut werden soll, übernommen werden. Dadurch wird auch die Wirtschaftlichkeit des neuen Reiterhofes verbessert.

Eine Unterstützung durch Vereine und Ehrenamtliche sollte angestrebt werden.

 

Berater

 

Es wird angeregt, die Zukunftsalternative einer „Grünen Hub“ weiter zu entwickeln und die geeigneten Sponsoren dafür zu gewinnen.

Für Gestaltung und Beratung:   Stadt Karlsruhe mit der BI Naturschutz „Untere Hub“

Universität Hohenheim mit der

Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt Augustenberg

  Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum
  Baden-Württemberg

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-
           Württemberg

Für Heilpflanzen:                     Ortsansässige Arzneimittelhersteller

Für den Schulungsbetrieb:        Schulen, Gymnasien und Oberschulamt

Für den Betrieb:                       Reiterhof und Firmen als Sponsoren

 

Finanzierung

Es wird angestrebt, dass die Umgestaltung des Gebietes und die Finanzierung als Pilotprojekt von verschiedenen Stellen, Finanzquellen und Sponsoren betrieben bzw. unterstützt wird.

Deutsche und europäische Fördertöpfe stellen für Projekte dieser Art Mittel zur Verfügung. Einzelheiten hierzu werden noch recherchiert.


Karlsruhe, 21. Mai 2006 / Ir / FB / RK

 

     www.untere-hub.de